Atem und Klang

Klang

 

In der biblischen Schöpfungsgeschichte entsteht unser Sein aus dem Nicht-Sein.

"Die Erde aber war wüst und wirr und Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser..." (Genesis, 1,2)

 

Dann, in dieser Ödnis, entstand  der erste Klang..."und Gott sprach..."

Der göttliche Klang schwebte über der Erde, ließ Licht in der Finsternis entstehen und eine erste Trennung im All-Sein folgen: Licht und Finsternis.

Eine Trennung, oder eine Unterteilung, mehr nicht. Keine Einteilung in Eigenschaften oder Bewertungen. Nur Licht und Dunkel.

 

"Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist" (Johannes-Evangelium, Prolog, 1,3)

 

Am Anfang steht der Klang, der alles durchdringt, das Sein in Schwingung bringt und damit den Samen des Lebens gedeihen lässt.

 

Im Yoga wird dieser Urklang mit der Silbe oder dem Mantra OM ausgedrückt. OM symbolisiert Brahman, womit das höchste Sein ohne Eigenschaften gemeint ist, reines Sein und gleichzeitig reines Nichtsein. Brahman beinhaltet Brahma, den schöpferischen Aspekt Gottes, der durch Schwingung in Bewegung kommt und  aus denen Wachstum und Leben entsteht.

 

Der Zustand allen Seins und  des Universums, ist Schwingung, die sich in Licht, Klang und Energie ausdrückt. Menschliche Empathie ist nichts anderes als Schwingunsgfähigkeit und die Frage, wie schwinge ich mich auf den anderen Menschen ein oder wie schwinge ich mich auf die jeweils herrschende Situation ein, damit ein Gleichklang und somit Harmonie entsteht.

 

Der Zustand des Yoga ist Gleichklang mit mir und dem Universum - also mit allem Lebendigem, was mich umgibt - ...dann bin ich verbunden mit allem und alles ist mit mir verbunden. Daraus wiederum formt sich Anahata, der Klang des Herzens, voller Liebe, Demut und Mitgefühl.

 

 

 

 

 

Der Atem

 

Am Anfang war das Wort...und ein tiefer Atemzug. Den erste KLang, den wir Menschen in dieser Welt produzieren, ist ein Geburtsschrei, der uns in der  Welt ankündigt. Und für diesen Schrei brauchen wir den Atem. Fortan begleitet uns der Atem auf unserem Lebensweg; sterben wir, erlischt der Atem und verlässt uns. Zurück bleibt unsere leere Körperhülle, während unsere Seele, begleitet vom letzten Lebenshauch, in den Äther aufsteigt.

 

Der Atem ist der Antrieb allen Lebens, deshalb ist die Beachtung  und  Achtsamkeit auf den Atem im Yoga so essentiell. Prana, die Lebensenergie, findet sich in allen lebendigen Dingen, aber in der Luft ist das meiste Prana. Je reiner  die Umgebungsluft ist, in der wir uns befinden, desto reichaltiger ist das Prana, dass wir über unsere Atemzüge aufnehmen.

Atmen wir bewusst tief ein, nehmen wir wesentlich mehr Prana auf, als bei einer kurzen Atmung, die nur den Brustraum erreicht. Um den Körper, mit dem wir unsere Reise hier auf Erden antreten, so gesund wie möglich zu halten, ist es wichtig, dass wir bewusst atmen, tief atmen, um uns so mit Energie zu versorgen.  Im Yoga gibt es spezielle Übungen, die den Atem verlängern und unser Körpersystem gut versorgen: Pranayama.

 

Eine alte Geschichte besagt, dass die ersten Yogis die Atemmuster der Tiere beobachtet haben und daraus ihre Übungen entwickelten.

Eine Betrachtung der Schildkröte zeigte, dass sie sehr langsam atmete und ihre Bewegungen ebenfalls sehr gemächlich waren...eine Schildkröte kann bis zu 100 Jahre alt werden .

Wale atmen ebenfalls sehr langsam und legen große Atempausen ein (im Yoga werden Atempausen nach dem Einatmen Kumbhaka genannt), auch diese Tiere können bis zu 90 Jahre oder älter werden.

Kleine Singvögel atmen sehr schnell und kurz; diese Tiere werden nur knapp 4 Jahre alt.

 

In vielen Pranayama Übungen wird ein langer, bewusster und tiefer Atem praktiziert, der sich wohltuend auf den Körper und vor allem auf das Nervensystem auswirkt. Außerdem ensteht durch das bewusste Atmen ein Gefühl der Verbindung mit dem Körper und der Seele, und auf höherer Ebene entsteht wieder ein Gefühl des Verbundenseins mit allem, was uns umgibt.

 

 

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